Fünfmal Edelmetall für Magstadter Gewichtheber bei den Deutschen Meisterschaften der Master!

Vom 30.3.-2.4. fanden in Schifferstadt die Deutschen Meisterschaften der Master im Gewichtheben statt. Mit von der Partie waren Zoran Culjak, Nikolai Winkler, Joachim Schumacher, Marcel Marongiu, Patrik Puwek und Tobias Reichert.

Marcel Marongiu und Joachim Schumacher waren, obwohl sie erst am Sonntag ihren Wettkampf gehabt hätten, schon am Samstagmorgen angereist, da Nikolei Winkler und Zoran Culjak bereits am Samstag gemeinsam in einer Gruppe an die Hantel mussten. Zoran startete  in der Klasse bis 94kg und Nikolai in der Klasse über 105kg Körpergewicht.

Zoran machte den Anfang des Duos. Er begann den Wettkampf mit schönen 80kg im Reißen die ihm problemlos gelangen. Dem ersten Versuch folgten dann 85kg, die auch noch sauber, aber schon schwerer, zu kontrollieren waren.
Bei denen es dann aber auch blieb. Im Stoßen wollte der Routinier, des seit bestimmt 20 Jahren bei keiner Deutschen Meisterschaft war, den Wettkampf mit 110kg beginnen. Doch hier wurde auch ziemlich schnell klar, dass dies schon relativ hoch angesetzt war. Zoran bewältigte die 110kg dennoch, wenn auch sehr zittrig! Da man aber den fünften Platz schon sicher und nach vorne zu viel Abstand auf den vierten Platz hatte, pokerte man etwas und steigerte um 5kg. Doch es kam, so wie es sich bei den 110kg angedeutet hatte. Zoran setzte die 115kg zwar im zweiten und auch im dritten Versuch, mit immensem Kampfaufwand, auf die Schultern um, konnte sie aber in keinem der beiden Versuche über dem Kopf fixieren, so dass beide Versuche ungültig gewertet werden mussten.
Nichts desto trotz war man mit der Leistung ganz zufrieden!


Ein paar Versuche und ein paar kg später war dann Nikolai Winkler an der Reihe. Hier wurde schon bei den Meldeversuchen klar, dass es eine sehr enge Kiste werden könnte, da alle vier Heber der Klasse das gleiche Anfangsgewicht gemeldet hatten. Doch dabei blieb es nicht. Es wurde gesteigert, sodass Niko und ein Heber aus Magdeburg, auf 110kg steigerten. Bis dahin hatten die anderen beiden Heber, einer aus Hameln und einer aus Zeilsheim, schon jeweils einen Versuch mit 100kg und der andere mit 105kg absolviert. Nachdem der Magdeburger an seinem ersten Versuch scheiterte, riss Nikolai die 110kg spielend. Der Hamelner steigerte gleich um 10 kg auf 110 kg und bekam dies auch gültig. Ebenso bekam der Zeilsheimer seine 110 gültig. Der Magdeburger dagegen brauchte alle drei Anläufe um einen Versuch in die Wertung zu bekommen. Nikolai und der Heber aus Hameln steigerten beide auf 115kg, welche bei beiden auch noch absolut gut ausgesehen hatten, nur dass Nikolei noch einen dritten Versuch hatte und sein Kontrahent mit dem Reißen fertig war. Um sich zeitweilig einen kleinen Vorsprung zu verschaffen lies der Zeilsheimer dann 116kg auflegen, welchen er aber nicht gültig halten konnte. Nun kam die NICOSHOW. Den letzten und schwersten Versuch der Gruppe hatte nunmehr Niko. Er ließ 120kg auflegen. Es kam wie es kommen musste…absolut konzentriert riss er die 120kg über die Hocke über den Kopf. Super! Mit dieser Last hieß es, dass er mit 5 kg Vorsprung auf den Hamelner und mit 10 kg Vorsprung auf den Magdeburger und den Zeilsheimer, in das Stoßen gehen konnte.


Auch hier wurde schnell klar, dass bis auf den Zeilsheimer, welcher schon mit 120kg das Stoßen beendete, es nicht bei den Meldeversuchen der anderen beiden Kontrahenten bleiben würde. Der Magdeburger begann die Medaillenjagt als erster mit 133kg, danach folgte der Hamelner mit 135kg. Eigentlich waren bei Niko auch 135 kg geplant. Doch aus taktischen Gründen entschied Betreuer Joachim Schumacher, in Absprache mit Niko, auf 136 kg zu steigern. Man wollte nicht von den 5 kg Vorsprung zehren und sich dahinter verstecken, nein man wollte den Druck erhöhen und gleich wieder in Vorlage gehen, um den Gegner unter Zugzwang zu setzten. Mit diesem ersten Versuch war ebenfalls schnell klar, dass Niko noch ordentlich Luft nach oben hatte. Nun kam der Magdeburger mit 140 kg an die Reihe, gültig hieß es für ihn. Nun war Niko mit einer weiteren 5 kg Steigerung auf 141kg an der Reihe. Auch hier stellte der gebürtige Meißner unter Beweis wie gut er die Hantel beherrschte und kontrollierte. Astrein ließ er keinen Zweifel zu, dass der Versuch auch nur ansatzweise ungültig hätte sein können.  Jetzt wurde im Lager der Hamelner Gewichtheber gepokert, bei dem immer noch nur der ersten Versuch mit 135 kg zu Buche stand, steigerten sie gleich um 11 kg auf 146 kg. Mit dieser Last hätte er den Vorsprung auf Niko egalisiert und wäre auf Grund des etwas höheren Alters und des etwas leichterem Körpergewichtes, in Führung gegangen. Doch dies blieb ihm verwehrt, da er am Ausstoß scheiterte. Als nächstes betrat der Magdeburger die Plattform um sich an den aufgelegten 146kg zu versuchen, doch auch ihm wurde die Erdanziehungskraft an diesem Tage zum Verhängnis und er scheiterte am Umsatz. Normal heißt es ja, dass alle guten Dinge immer drei sind, in diesem Falle nahm Niko das Sprichwort persönlich. Nach den beiden misslungenen Versuchen seiner Gegner, wagte er sich an die Last. Konzentriert bis unter die Glatze und unter Bärengebrüll zog er die Hantel an und warf sich unter die Last. Nach einem kämpferischen und zugleich bärenstärken Ausstoß fixierte er die Hantel. GÜLTIG…hier fiel Niko nicht nur 146kg sondern eine riesen Last vom Herzen. Nach der bitteren WM-Teilnahme, bei der er wegen muskulären Problemen nicht konkurrenzfähig war, meldete er sich eindrucksvoll zurück.
Doch der Wettkampf war noch nicht zu Ende…denn der Hamelner ließ letztendlich, im Kampf um die Goldmedaille, 151 kg auflegen. Doch auch diese sollten nicht sein, und der Jubel um Niko war groß!!! Dies war eine Meisterleistung, eine deutsche Meisterleistung, in Sachen Sport, Technik, Wille und Taktik!!

Kaum war der Samstag vorbei, hieß es am Sonntagmorgen für Marcel Marongiu raus aus den Federn, den die Waage blies um acht Uhr zum Appel! Anhand der, Meldeliste entschied man sich schon im Vorfeld die Klasse zu wechseln, und man startete in der Klasse bis 69 kg. Um 10 Uhr begann dann der Wettkampf. Hier wurde im Reißen, anhand der Anfangsversuche schnell klar, dass man sich ein gutes Polster fürs Stoßen raus arbeiten könnte. Denn als Marcel mit seinen verlangten 75kg zum ersten Versuch antrat waren seine direkten Verfolger mit 67 und 69kg schon mit dem Reißen fertig. Doch deutlich übermotiviert überriss Marcel, zum Schrecken von Trainer und Betreuer Joachim Schumacher,  den ersten Versuch so dass er ihn in der Hocke hinter sich ablegte. Nun hieß es Nerven behalten. Konzentriert riss er spielend und technisch sauber, die 75 kg. Das war schon mal die Führung. Ohne Zweifel war klar, dass nun 80kg aufgelegt werden sollten, welche auch absolut im Plan der Meisterschaft waren, da Marcel sich absolut im Aufwind befindet und sich von Wettkampf zu Wettkampf gesteigert hatte. Und so kam es dann auch. Die 80kg wurden beinahe mühelos gerissen. Letztendlich ärgerte man sich mehr über den verschenkten ersten Versuch, als sich über den gelungenen dritten Versuch zu freuen, da wäre mehr drin gewesen! Nichts desto trotz war es Saisonbestleistung und hieß nach dem Reißen ein souveränes Polster von 11 kg auf den zweitplatzierten zu haben. Nun kam das Stoßen. Durch den Vorsprung war erst mal klar, dass man etwas sicherer in den Wettkampf einsteigen sollte. Man sicherte mit 87kg im ersten Versuch den Wettkampf  ab. Der zweitplatzierte aus Schifferstadt begann den Wettkampf mit 90 kg und bekam diese ebenfalls gültig. Dennoch hatte man noch immer acht kg Vorsprung. Ohne Weiteres Zögern ließ man 92kg auflegen. Ein sauberer schöner Umsatz und danach ein stabiler Ausstoß waren hier die Grundsteine eines soliden gültigen zweiten Versuches. Als die Schifferstadter Konkurrenz nur 95 kg auflegen ließ war schnell klar, dass sie sich ihrem Schicksal gebeugt hatten und mit dem zweiten Platz vorliebnahmen. Nichts desto trotz wurden auch hier die 95 kg gestoßen. Nach seinem sauberen zweiten Versuch, und der Gewissheit eigentlich nicht mehr einzuholen zu sein, steigerte man wiederum um 5kg, auf 97kg. Leider schaffte es Marcel nur die Last in die Hocke umzusetzen. Da war dann Endstation. Als er aus der Hocke aufstehen wollte machte sein Kreislauf schlapp. Er ließ ab von der Hantel um nicht das Bewusstsein zu verlieren. Am Ende hieß es im Zweikampf (Addition von Reißen und Stoßen) das Marcel den Titel mit 172kg zu 166kg gewonnen hatte. Ein absolut verdientes Ergebnis, was seinem letzten monatlichen Trainingseifer zuzuschreiben war…auch hier DAUMEN HOCH und weiter so!!
Direkt im Anschluss an Marcels Gruppe war Joachim Schumacher an der Reihe, und die Rollen wurden getauscht. Da die zwei Heber die letzten Monate, die meiste Zeit zusammen trainierten, waren sie ein perfekt eingespieltes Team, so das Marcel jetzt die Betreuerfunktion übernahm.
in der dieser Gruppe war schon im Vorfeld klar, dass der Favorit aus Mengende, Waldemar Neufeld, nicht zu schlagen war und dass der Kampf um Platz 2 sehr eng werden wurde, da Joachim seit Monaten mit Knieproblemen zu kämpfen hatte.
Es waren erstmals sehr vorsichtige 95 gemeldet, wobei der Waldkirchener, Christian Heidel, 100kg gemeldet hatte. Nun wurde beim Aufwärmen ausgetestet wo man starten sollte. Heidel steigerte nochmal auf 103kg während Joachim sich auf 105 kg für den ersten Versuch aufgewärmt hatte. Beide Heber, rissen ihre ersten Versuche problemlos. Während Joachim gleich auf 110kg steigerte lies Heidel 107 auflegen, an welchen er im zweiten Versuch scheiterte, sie aber im dritten riss. Somit ging der Waldkirchener mit 2 kg in Führung. Nun kam Joachim bei 110kg zu seinem zweiten Versuch. Doch hier machte sich die Angst sich wieder oder schlimmer zu verletzen, bemerkbar, und Joachim traute sich nicht unter die Hantel zu springen und zog die Hantel nur bis zur Brust. Jetzt wurde es eng und es hieß den inneren Schweinehund zu überwinden. Da man direkt wieder an der Reihe war hatte man nur zwei Minuten Zeit zwischen den versuchen. Doch die ließ Joachim nicht mal bis zur Hälfte ablaufen. Nachdem Marcel ihm deutlich klar machte, ob ihm klar sei um was es hier gehen würde, ging er auf die Plattform um sich der Hantel erneut zu stellen. Mit einer Menge Wut im Bauch, ging er dennoch konzentriert und zielstrebig zu Werke, und lies diesmal keinen Zweifel bestehen zu was er noch fähig war. In einem gewaltigen Zug riss er die Last! 3kg Führung auf den dritten Platz.
Im Stoßen war es ein ähnliches Prozedere. Joachim hatte 110kg gemeldet und tastete sich beim Aufwärmen heran um zu schauen was das Knie machte. Heidel hatte im Vorfeld schon 120kg gemeldet. Auf welche dann auch Joachim steigerte. Doch als es beim Aufwärmen besser als gedacht lief, dacht sich Joachim „ warum nicht das gleiche Spiel treiben wie vorher bei Niko?“ da Heidel auf 123kg steigerte, legte Joachim mit 125kg für seinen ersten Versuch nach. Nach dem Heidel gültig bekam, lies Joachim sich nicht lumpen und startete ebenfalls mit einem positiven versuch in das Stoßen. Heidel ließ 128kg auf die Hantel laden, welche er wiederum stieß. Somit verringerte er den Abstand zu Joachim auf 2 kg. Doch als Joachim dann 130 kg forderte und diese unter dann doch nicht unerheblichen Schmerzen stieß, war klar als Heidel nur auf 130kg nach zog, dass Joachim die Silbermedaille nicht mehr zu nehmen war. Auch hier zahlte sich der Schweiß und die Schmerzen im Training aus…Gratulation.

In der letzten Gruppe der Veranstaltung gingen Tobias Reichert und Patrik Puwek an den Start. Tobias in der Klasse bis 77 kg und Patrik bis 105 kg! . Auch hier waren die ersten beiden Plätze jeweils mit Sicherheit an Jacob Neufeld bei Tobias und Kevin Schweizer bei Patrik vergeben. Trotz erheblichem Trainingsrückstand  wollte es Patrik sich nicht nehmen lassen bei seiner ersten deutschen Meisterschaft teil zu nehmen. Er begann mit 70kg sein Debüt. Für den zweiten Versuch steigerte er auf 75kg, welche er aber nicht gültig halten konnte. Jedoch sein dritter Versuch zeigte, dass er auch ohne Training noch was auf der Pfanne hat und riss diese gültig. Im Stoßen begann er mit 87kg. Auch diese bekam er gültig und es wurden 92kg verlangt. Auch diese waren noch relativ einfach gültig. Nur die 96kg waren dann doch zu viel des Guten und er scheiterte daran aus der Hocke aufzustehen. Hier merkte man deutlich das Trainingsdefizit. Trotzallem wurden seine Mühen mit dem zweiten Platz belohnt.
Auch Tobias Reichert hatte, beruflich bedingt, mit Trainingsrückstand zu kämpfen. Dennoch kämpfte er sich im Reißen mit 88 und 92kg um 2 kg vor den Sindelfinger Sebastian Pawlik. Das Stoßen versprach daher äußerst interessant zu werden. Nachdem Pawlik mit 116kg begann, setzte Tobias mit 118kg nach. Nun kam Sebastian Pawlik mit 121kg an die Reihe welche er wiederum stieß, und somit das erste Mal mit 1 kg in Führung ging. 1kg mehr, nämlich 122kg lies nun Tobias Reichert auflegen. Nach einem guten Umsatz folgte zum Entsetzen ein relativ schwacher Ausstoß, was zur Folge hatte, dass er den Versuch nicht gültig halten konnte. Nun wäre Sebastian Pawlik an der Reihe gewesen. Doch dieser steigerte. Nun wurde auch im Magstadter Lager gepokert…und Tobias wiederholte nicht die 122kg sondern steigerte trotz Fehlversuch auf 123kg. Unter großartiger Anfeuerung warf er sich unter die Hantel und stand aus der Hocke auf. Diesmal machte er seine Sache besser und stieß die Last problemlos über den Kopf. Eine klasse Konzentrationsleistung und wieder wechselte die Führung zu Tobi nach Magstadt. Nun war Sebastian Pawlik unter Zugzwang. Er steigerte auf 125kg, kämpferisch setzte er das Gewicht um, doch leider reichte ihm die Kraft nicht für den Ausstoß und der Versuch wurde ungültig. Somit war auch hier der zweite Platz für Tobias Reichert die maximale Ausbeute, mit der er sichtlich zufrieden war…und tja „schuld war nur der WILLI!“

Alles in allem war es ein super Event mit einer super Ausbeute. Zweimal Gold und dreimal Silber und einen fünften Platz für ein Super Team…!!!
Vielen Dank auch an Nils, der die tollen Bilder gemacht hat.

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